Miina Supinen: Drei ist keiner zuviel.

Suhrkamp Taschenbuch Verlag. Berlin, 2014
ISBN: 978-3-518-46551-6 Klappenbroschur, 299 Seiten.

Das Leben als Sturm im Wasserglas.

Ja, ja, ich weiß. Eine Dreiecksgeschichte will von mir  beschrieben werden, ganz so wie es der Klappentext des Buches getan hat und wie es in den vorangegangenen Rezensionen der Fall war. Doch es fällt mir ein wenig schwer von Beziehung zu sprechen, wenn sich wie in diesem Buch zwei Männer und eine Frau so beiläufig lieben, so abwesend, so ausschließlich körperlich. Heißt Beziehung denn nicht auch Verpflichtung und Bindung, die über den Spaß und die Lust hinausgehen, denke ich, und komme mir dabei sehr altmodisch vor. Hätte es bei der Beschreibung einer Dreiecksbeziehung nicht doch mehr an erzählerischer Anstrengung bedurft, an psychologischer Entwicklung der Figuren, um vielleicht auch ein wenig Betroffenheit der LeserInnen zu erzeugen? Erst am Ende des Buches, nachdem sich die Erzählerin über mehr als 200 Seiten für Anderes Zeit genommen hat, kommt sie zum Punkt, nämlich der Verdichtung von bislang kaum vorhandenen Konflikten zwischen den drei ProtagonistInnen Vic, Stella und Antti. Die Dinge enden in einer Katastrophe, und ich begreife nicht warum. „Das ist egal“, raunt mir die Erzählerin zu.
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Salla Simukka: So rot wie Blut.

Arena Verlag, Würzburg 2014
ISBN 9783401600109, gebunden, 304 Seiten.

Wehrhaftes Schneewittchen

Kriminalromane überschwemmen gegenwärtig den Buchmarkt in noch nie dagewesener Weise. Das Verbrechen wird zum allgemein akzeptierten Entspannungsmittel für den lesenden Teil unserer Gesellschaft. Darüber nachzudenken, was diese Krimimanie über unseren psychologischen Zustand  aussagt, würde allemal  lohnen. Fest steht: die Konkurrenz der AutorInnen ist groß, die Qualität der in prächtigen Covern daherkommenden Geschichten ist oft mäßig bis schlecht. Für die Verlage aber scheint sich die Investition allemal  zu lohnen.

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